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Neuer Kraftabstieg für das Rodundwerk I

Der seit den 1940ern bestehenden Druckschacht sowie die in den 1960ern errichtete Verteilrohrleitung des Rodundwerks I der illwerke vkw AG müssen vollständig erneuert werden. Die Baumaßnahmen starteten am 4. Mai.

198 Megawatt

Leistung Seit der Erstinbetriebnahme vor über 80 Jahren betreibt der Vorarlberger Energiedienstleister illwerke vkw das Rodundwerk I. Das Pumpspeicherkraftwerk ist Teil der Kraftwerksgruppe Obere Ill-Lünersee und liefert wertvolle Spitzen- und Regelenergie für das europäische Verbundnetz.

Die Kraftwerksanlage besteht aus dem Staubecken Latschau I, das mit dem Staubecken Latschau II gemeinsam betrieben wird. Ein Einlaufbauwerk im Becken und ein Druckschacht mit anschließender Verteilrohrleitung bilden die sogenannte Oberwasserführung. Herzstück der Anlage sind vier horizontal ausgerichtete Maschinensätze mit einer Leistung von 198 Megawatt im Turbinen- und 41 Megawatt im Pumpbetrieb. Die Unterwasserführung mündet in einem Vorflutbecken, das in das Pumpspeicherbecken Rodund I integriert ist. Dieses wird gemeinsam mit den Becken Rodund II und III betrieben.

So läuft der Bau ab

Die Erschließung des Stollensystems ist über je einen Zugangsstollen in Latschau und Rodund geplant. Der Ausbruch des neuen Druckschachtes erfolgt mit Hilfe einer Tunnelbohrmaschine. Diese wird sich von unten nach oben vorarbeiten und im Anschluss oben ausgefahren. Den Ausbruch des Druckstollens treiben die Mineure mittels Sprengvortrieb voran. Dabei werden Löcher gebohrt, die Sprengmittel eingesetzt und gezündet und im Anschluss das gelöste Material abtransportiert.

Nach dem Ausbruch folgt die Auskleidung der Stollenabschnitte. Während der Druckstollen eine Betoninnenschale erhält, wird der Druckschacht mit Stahl gepanzert. Zu diesem Zweck werden die so genannten Rohrschüsse – das sind Einzelteile, die schließlich zu Rohren zusammengesetzt werden – über Stahlseilwinden vom Schachtkopf ausgehend in die Tiefe abgelassen. Dort werden sie in Position gebracht und verschweißt. Im Anschluss wird der Raum zwischen Fels und Rohr mit Beton vergossen. Zementinjektionen mit hohem Druck sorgen in einem weiteren Arbeitsschritt für den optimalen Verbund zwischen der Stahlpanzerung und dem Fels. Nach dem Auftragen des Korrosionsschutzes auf die gesamte Stahlleitung innen sind die Arbeiten am Druckschacht abgeschlossen.

Die Verteilrohrleitung in der großen Baugrube direkt beim Krafthaus des Rodundwerks I wird in mehreren Abschnitten zusammengebaut und dann außen mit Beton vergossen. Das Gewicht des Betons bringt dem Leitungssystem Stabilität. Abschließend werden die so genannten Portalbauwerke bei den Zugangsstollen errichtet.

Projektabschluss Ende 2023

Im Dezember 2023 soll das rd. 68-Millionen-Euro-Projekt der illwerke vkw dann abgeschlossen sein. „Wenn alles nach Plan läuft, steht uns das Rodundwerk I ab diesem Zeitpunkt wieder mit voller Leistung für die Energiewirtschaft zur Verfügung“ so illwerke vkw-Vorstand Helmut Mennel zuversichtlich.

Arbeiten laufen auf Hochtouren

Die Arbeiten liegen im Zeitplan und die Mineure haben im konventionellen Sprengvortrieb bereits ein ordentliches Stück ins Berginnere absolviert. Im Zuge der Vortriebsarbeiten kommt es in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder auch zu nächtlichen Sprengungen.

Diese sind behördlich genehmigt und betriebstechnisch bedingt. Um die Auswirkungen der Lärmemissionen möglichst zu reduzieren, unternehmen die ausführenden Firmen zahlreiche Maßnahmen – wie etwa die Dämpfung durch spezielle Sprengmatten. Die Schallbelastung wird mit jedem weiteren Meter, den sich die Spezialunternehmen weiter vorarbeiten, weiter sinken. Neuer Kraftabstieg für das Rodundwerk I