Kleinwasserkraft mit viel Energie

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von illwerkevkw

In der Kleinwasserkraft tut sich so einiges: Die Arbeiten beim Kraftwerk Ebensand werden diesen Herbst abgeschlossen, der Baustart für das Kraftwerk Suggadinbach ist für Juni 2027 vorgesehen.

Tragende Säule

Die Kleinwasserkraft ist eine wesentliche Säule der regionalen Stromversorgung und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Energieautonomie. „In Vorarlberg sind die topografischen Gegebenheiten für die Wasserkraft optimal. Gegenüber anderen Regionen gibt es im langjährigen Mittel viel Niederschlag und zahlreiche Flüsse beziehungsweise Bäche. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diese wertvolle Ressource bestmöglich zu nutzen“, weiß Balthasar Schönangerer, Team Kleinwasserkraft. „Und auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit ist es sinnvoll, auf eine dezen trale Stromerzeugung mit mehreren Kraftwerksanlagen unterschiedlicher Typen zu setzen“, erklärt Tobias Muther, Projektleiter Kraftwerk Suggadinbach. Die beiden Kraftwerke Ebensand und Suggadinbach zählen zu den Laufwasserkraftwerken. Sie erzeugen permanent Strom aus dem Wasser eines Baches oder Flusses und dienen der Grundversorgung. 

Kraftwerk Ebensand

Am Ende der Rappenlochschlucht befindet sich das Kraftwerk Ebensand, welches im Jahr 1898 in Betrieb ging. Es wird von der Dornbirnerach, deren Wasser beim Schanerloch gefasst und über einen zwei Kilometer langen Triebwasserstollen zum Speicher geleitet wird, gespeist. „Es handelt sich um das älteste Kraftwerk der illwerke vkw, das mehr oder weniger noch im Original zustand ist. Wobei in den vergangenen Jahrzehnten natürlich einige Überholungen und Instandsetzungen durchgeführt wurden“, schildert Balthasar Schönangerer. Ende Juli wurde das historische Kraftwerk stillgesetzt, um die neue Anlage an die bestehende Druckrohrleitung anzuschließen. Das neue Krafthaus wurde unmittelbar neben dem alten errichtet – architektonisches Highlight ist die Fassade aus verzinktem Wellblech. Die denkmalgeschützte Anlage und der Kiosk bleiben bestehen und bilden mit dem neuen Krafthaus einen stimmigen Dreiklang. Darüber hinaus wurden die gesamte elektromechanische Ausrüstung ersetzt, die Wasserfassung, der Stollen, der Speicher und die Druckrohrleitung teilweise modernisiert. „Insbesondere die Sanierung der Wasserfassung hat das Projektteam vor große Herausforderungen gestellt. Denn diese wurde vor über 120 Jahren gebaut und immer wieder adaptiert. Zudem sind die Planungsunterlagen von damals nicht mit Unterlagen aus der heutigen Zeit vergleichbar“, resümiert Balthasar Schönangerer.

Kraftwerk Suggadinbach

Das Kleinwasserkraftwerk Suggadinbach wird voraus sichtlich mit Ende 2028 das Portfolio der illwerke vkw erweitern. Anfang 2025 startete die Planung für das Montafoner Kraftwerk – im März 2026 wurden alle erforderlichen Unterlagen bei der Behörde eingereicht. Neben der wasserrechtlichen Bewilligung bildet auch die Zustimmung der betroffenen Grundeigentümer eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Projekts. Nach Vorliegen der wasserrechtlichen Bewilligung sowie der Zustimmung der Grundeigentümer:innen könnten die Bauarbeiten im Juni 2027 beginnen. Das neue Laufwasserkraftwerk wird dort errichtet, wo der Valzifenzbach und der Vergaldabach in den Suggadinbach münden. Über die Wasserfassung wird ein Teil des Wassers aus dem Bach geleitet und mittels erdverlegter Druckrohrleitung zum Krafthaus geführt. „Das Kleinwasserkraftwerk Suggadinbach wird als Beteiligungskraftwerk umgesetzt. Beispielsweise nützen die Bergbahnen Gargellen zukünftig den produzierten Strom für ihre Beschneiungs- und Liftanlagen“, erläutert Projektleiter Tobias Muther. 

Jedes zusätzliche Kleinwasserkraftwerk stärkt die Versorgung mit erneuerbarer Energie.

Tobias Muther
Projektleiter Kleinwasserkraftwerk Suggadinbach

KENNZAHLEN

Suggadinbach 

Wird 3,5 Gigawattstunden pro Jahr erzeugen,  
das entspricht circa 60 Prozent des 
Strombedarfs von Gargellen 
Inbetriebnahme: voraussichtlich Ende 2028 
Fallhöhe: 139 Meter 
Leistung: 990 Kilowatt 
Maschinengruppe: 1 mehrdüsige 
Peltonturbine, 1 Generator 

Ebensand 

Erzeugt 6,4 Gigawattstunden pro Jahr,  
das entspricht dem Energiebedarf von 
 rund 1.800 Haushalten
Inbetriebnahme: Oktober 2026 
Fallhöhe: 175 Meter 
Leistung: 2,2 Megawatt 
Maschinengruppe: 1 sechsdüsige 
Peltonturbine, 1 Generator