1890 – Kraftwerk Rieden
Das Kraftwerk Rieden ging in Betrieb. Das Textilunternehmen Jenny & Schindler nutzte das Kraftwerk zur Stromversorgung ihrer Textilwerke in Kennelbach.
Seit mehr als einem Jahrhundert gestaltet die illwerke vkw die Energieversorgung in Vorarlberg. Unsere Geschichte zeigt, wie aus starken Wurzeln eine nachhaltige Energiezukunft entsteht.
Energie für Generationen.
Wer seine Beine fest am Boden hat, kann seine Pläne freier entfalten. Die illwerke vkw macht seit mehr als hundert Jahren mit Bodenständigkeit und visionären Ideen Energie für Vorarlberg nutzbar.
Als zuverlässiger Energieversorger, gefragter Arbeitgeber und vielfältiger Partner der Region übernehmen wir nachhaltig Verantwortung. Für heute, für morgen, für nächste Generationen. Die folgende Chronologie bietet eine Übersicht über die lange Geschichte der illwerke vkw, die geprägt ist von Pioniergeist, technischen Meisterleistungen und der Weitsicht, die für eine zukunftsfähige Energieversorgung erforderlich ist. Zugleich ist es uns ein wichtiges Anliegen, in Zusammenarbeit mit historischen Expert:innen auch die dunklen Jahre der NS-Zwangsherrschaft aufzuarbeiten.
Das Kraftwerk Rieden ging in Betrieb. Das Textilunternehmen Jenny & Schindler nutzte das Kraftwerk zur Stromversorgung ihrer Textilwerke in Kennelbach.
Das Kraftwerk Ebensand nahm seinen Betrieb auf. Es wurde als Laufkraftwerk ohne Speicher angelegt und bezieht sein Wasser aus der Dornbirnerach.
Im Dezember 1901 nahmen die Elektrizitätswerke Jenny & Schindler die Stromlieferung an die Gemeinden Rieden-Vorkloster und Kennelbach auf.
Am 26. Jänner 1908 wurde das Kraftwerk Andelsbuch in Betrieb genommen. Es war das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der Monarchie. Mit einer Transportleitung über die Grenze und dem Ausbau des Stromnetzes begann auch die Versorgung des Allgäus. Die Allgäuer Elektrizitäts-GmbH Lindenberg wurde gegründet.
Der Vorarlberger Wasserkataster wurde ins Leben gerufen. Dekan und Politiker Barnabas Fink erkannte schon damals das Potenzial und den Nutzen des Wassers für Vorarlberg.
Die Geburtsstunde der VKW. Die Elektrizitätswerke Jenny & Schindler wurden in Vorarlberger Kraftwerke GmbH umbenannt.
Am 5. November 1924 erfolgte mit der Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages die Gründung der Vorarlberger Illwerke GmbH.
Das Kraftwerk Gampadels Unterstufe nahm seinen Betrieb auf. Es nutzt das Wasserkraftpotenzial des Gampadelsbachs bis zur Mündung in die Ill.
Am 5. März 1927 bzw. am 7. Mai 1928 schlossen das Land Vorarlberg, die Großkraftwerk Württemberg AG (GROWAG), der Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) und die Vorarlberger Illwerke den in wichtigen Bestimmungen noch heute maßgeblichen Landesvertrag 1926.
An der am 20. Dezember 1927 in eine Aktiengesellschaft umgewandelten "Vorarlberger Illwerke Aktiengesellschaft" waren die GROWAG, die OEW, das Land Württemberg, die Württembergische Sammelschienen AG (WÜSAG) und das Land Vorarlberg beteiligt. Später übernahm das RWE zum größten Teil direkt die Beteiligung der GROWAG. Die Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS) erwarb als Nachfolgegesellschaft die Anteile der OEW und der WÜSAG.
1925 wurde der Baubeschluss für das Vermuntwerk gefasst. Mit einer Leistung von 80 MW war das Vermuntwerk im Jahr 1930 das bis dahin größte Wasserkraftwerk Österreichs und übernahm 1931 die Aufgaben der Frequenzhaltung für das damalige internationale Höchstspannungsnetz im Verbund mit Wärmekraftwerken in Deutschland. Für die Energieübertragung wurden in Vorarlberg die Umspannanlage Bürs und der Anschluss an die 220-kV-"Rheinlandleitung", die in das rheinisch-westfälische Industriegebiet führte, errichtet. Mit dieser ersten großen Überlandleitung Europas war die alpine Wasserkraft mit den Wärmekraftwerken des Ruhrgebietes verbunden; der europäische Verbundbetrieb begann.
Die Bautätigkeiten für das Rodundwerk I, das Latschauwerk und das Obervermuntwerk sowie den Silvrettasee begannen. Die Energiereserven (Wasserkraft) Österreichs waren für das Dritte Reich von großer Bedeutung. Die Machthaber trieben den Ausbau der Kraftwerke ab 1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland, auch in Vorarlberg voran. Die Großbaustellen in der Silvretta beanspruchten eine beträchtliche Zahl an Arbeitern, so dass deutsche und heimische Baufirmen zusätzlich Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Baustellen beschäftigten.
Im Jahre 1940 wurde in einer Abänderung und Ergänzung des Landesvertrages das Arbeitsgebiet der Illwerke von Bürs bis zur Mündung der Ill in den Rhein erweitert.
Das Obervermuntwerk und das Rodundwerk I gingen in diesem Jahr provisorisch in Betrieb.
Während der Herrschaft des NS-Regimes 1938-1945 arbeiteten insgesamt etwa 20.000 ausländische Arbeitskräfte in Vorarlberg. Ein Teil dieser vornehmlich zwangsverpflichteten Arbeiter war im Montafon auf Baustellen eingeteilt, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung durch die Vorarlberger Illwerke standen. Die genaue Zahl der Zwangsarbeiter, die auf diesen Baustellen tätig waren, steht bis heute nicht fest. Die im Rahmen des Kraftwerksbaus eingesetzten Arbeiter waren nicht bei der Vorarlberger Illwerke AG, sondern bei den beauftragten Baufirmen beschäftigt. Die Illwerke sind sich ihrer gesellschaftlichen und historischen Verantwortung bewusst und haben diese Thematik wissenschaftlich aufgearbeitet. Mit ihrem unfreiwilligen Beitrag haben die damaligen Arbeitskräfte zweifelllos am heutigen Wert des Unternehmens mitgeschaffen.
Schon vor dem so genannten „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde die überregionale Bedeutung der Kraftwerksprojekte im Montafon von deutscher Seite erkannt. Daher wurden bereits unmittelbar nach dem 12. März 1938, dem Tag des Anschlusses, Vorbereitungen zum weiteren Ausbau der Energiegewinnung im Einzugsgebiet der Ill getroffen. Die Pläne zur Errichtung des Silvrettastausees, des Obervermunt-, Latschau-, und Rodundwerks waren bereits vorbereitet. Jedoch wurde die Finanzierung durch das Deutsche Reich bis zum März 1938 blockiert.
In der Folge änderten sich die Rahmenbedingungen, sodass Aufträge an zahlreiche Vorarlberger Baufirmen vergeben wurden, die dann wiederum Arbeitskräfte für die lukrativen Bauprojekte einstellten oder zugewiesen bekamen. In den Jahren 1938-1945 wurden bis zu 200 Millionen Reichsmark in den Ausbau von Kraftwerksanlagen investiert. Besonders die Versorgung des für die Rüstungsindustrie besonders wichtigen Ruhrgebiets mit elektrischem Strom war für die Machthaber von hoher strategischer Bedeutung.
Der Begriff „Zwangsarbeiter“ ist vielschichtig und umfasst eine Mehrzahl an Personengruppen mit zum Teil sehr verschiedenen tatsächlichen Arbeitsverhältnissen. Ihnen allen war gemeinsam, dass es ihnen verwehrt wurde, Arbeitsstelle und Arbeitgeber nach eigenem, freiem Willen auszusuchen oder zu verlassen. Sie unterlagen besonderen gesetzlichen Bestimmungen, welche sie in der Regel besonders schlechten sozialen Bedingungen unterwarfen und ihnen rechtliche Einspruchsmöglichkeiten versagten. Auf den Baustellen der Illwerke waren (ausländische) Zivilarbeiter („Fremdarbeiter“), sowjetische Zivilarbeiter („Ostarbeiter“) und Kriegsgefangene beschäftigt.
Im Jahr 1938 kamen noch erste, mehr oder minder freiwillige Zivilarbeiter aus Österreich und Deutschland auf die Kraftwerksbaustellen im Montafon. Als diese Einheimischen ab 1939 kriegsbedingt mehr und mehr ausfielen, wurden zunehmend Dienstverpflichtete eingestellt. Dabei stieg der Anteil der ausländischen Arbeiter rasch an und betrug bald bis zu 80 Prozent aller Beschäftigten. Insgesamt setzte sich die Arbeiterschaft auf den Baustellen der Illwerke aus Angehörigen von mehr als 20 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Die größten Kontingente der ausländischen Belegschaft stellten Zivilarbeiter aus Polen, der Ukraine, der ehemaligen Tschechoslowakei und aus Ex-Jugoslawien. Überdies gab es eine größere Gruppe von Griechen, Italienern, Bulgaren, Ungarn, Franzosen, Niederländern und Belgiern.
Ab 1939 wurden zusätzlich große Gruppen von Kriegsgefangenen auf diesen Baustellen eingesetzt. Bereits im November 1939 mussten etwa 800 polnische Kriegsgefangene im Montafon ihren Dienst verrichten. Neben den in Gefangenschaft geratenen Soldaten der Roten Armee stellten belgische und französische Gefangene die größten Nationalkontingente.
Im weiteren Verlauf des Krieges wurden schließlich ab 1942 vermehrt zwangsdeportierte Menschen aus den eroberten Gebieten der ehemaligen Sowjetunion als Arbeiter auf den Baustellen im Montafon eingesetzt.
Auf den Höhenbaustellen wurden die Beschäftigten, darunter auch die zivilen Zwangsarbeiter sowie die Kriegsgefangenen, in Barackenlagern untergebracht. Im so genannten Silvrettadorf gab es elf Wohnbaracken für bis zu 100 Personen, ein Küchengebäude, ein Bade- und Waschhaus, ein Verwaltungs- und Bauleitungsgebäude und diverse kleinere Objekte. Der Weg zur Arbeit erfolgte streng bewacht und es gab mit Ausnahme eines Halbtags keinen freien Ausgang. Streng verboten waren der Besuch von Lokalen und Veranstaltungen, die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern und vor allem jeder Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Vergehen gegen diese Verbote wurden streng geahndet.
Zahlreiche Akte der Solidarität von Einheimischen belegen heute, dass trotz der abgelegenen Lage der Baustellen und Lager durchaus bekannt war, dass Bekleidung und Ernährung der ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen äußerst mangelhaft waren.
Neben den harten Wetterbedingungen war auch die Verpflegungslage für die Zwangsarbeiter in Anbetracht der zu verrichtenden Schwerstarbeit völlig unzureichend. Grundsätzlich wurde bei den Verpflegsätzen wiederum nach rassistischen Motiven unterschieden. Es gab eine deutliche Abstufung zwischen West- und Ostarbeitern. Die Versorgung wurde darüber hinaus maßgeblich durch die Witterung beeinflusst.
Ein Vorfall im Lager Silvrettadorf zu Beginn des Jahres 1943 zeigt, wie wenig ein Menschenleben auf den Baustellen mitunter wert war: Zwei Baracken, die der Firma Alfred Kunz zugeteilt waren und in denen insgesamt 58 französische Kriegsgefangene untergebracht waren, sollten mittels Blausäure entwanzt werden. Nach der „Begasung“ der Objekte gab der zuständige „Begaser“ dem Chef der Wachmannschaften die Anweisung, die Gefangenen bereits am Abend wieder in die Baracken zu bringen. Insgesamt 19 französische Kriegsgefangene erlitten Gasvergiftungen, drei davon starben. Für die Versorgung der Arbeiterschaft war ein Arzt zuständig, der allerdings nicht im unmittelbaren Baustellenbereich untergebracht war.
Neben dem rücksichtslos hohen Bautempo, das überlange Arbeitszeiten und eine mitunter grobe Behandlung durch die Vorarbeiter bedingte, machten den Zwangsarbeitern mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, unwegsames Gelände, die Kälte, die teilweise mangelhaften hygienischen Verhältnisse in den Unterkünften (Läuse, Wanzen) und Unterernährung zu schaffen. Zugleich waren die Aufseher darauf bedacht, keine Gruppenbildungen oder solidarische Akte unter den Arbeitern aufkommen zu lassen. Verständigungsprobleme durch fehlende Sprachkenntnisse sowie mangelnde Ausbildung und Erfahrung erschwerten die Situation der Menschen.
Darüber hinaus führten Lawinen, Steinschläge, Sprengstoffunfälle und Abstürze zu zahlreichen Unfällen. Manche endeten tödlich. Da die Angaben zu den Unfällen mit tödlichem Ausgang voneinander abweichen, ist die genaue Anzahl nicht bekannt. Zwar ist dokumentiert, dass während der Kriegszeit 35 Personen tödlich verunglückt sind. Allerdings weiß man nicht genau, wie viele Menschen infolge von Krankheiten verstorben sind oder schwere Gesundheitsschäden davongetragen haben. Nicht berücksichtigt sind ferner auch die Personen, die bei Fluchtversuchen ums Leben kamen oder wegen diverser Delikte in Haft genommen wurden und dann beispielsweise im so genannten „Arbeitserziehungslager“ Reichenau in Innsbruck, oder in den Konzentrationslagern in Dachau und Mauthausen ihr Leben ließen.
Aufgrund der Nähe zur Schweizer Grenze erscheint es naheliegend, dass einige der im Montafon eingesetzten Zwangsarbeiter einen Fluchtversuch unternommen haben. Tatsächlich liegen im schweizerischen Bundesarchiv Informationen über 48 erfolgreich in die Schweiz gelangte Personen vor. Neben den geglückten Grenzübertritten gab es allerdings auch mehrere tragisch gescheiterte Fluchtversuche von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. Häufig endeten diese missglückten Übertritte mit schweren Bestrafungen, der Einlieferung in ein Konzentrationslager oder gar dem Tod der Flüchtlinge. Zeitzeugen berichten, dass Fluchtversuche im Verlauf des Krieges immer härter bestraft wurden. Um die Fremdarbeiter von weiteren Fluchtversuchen in die Schweiz abzuhalten, wendeten die NS-Behörden zur Abschreckung brutale und menschenverachtende Methoden an. Beispielsweise mussten im Lager im Silvrettadorf die Inhaftierten an der zerschmetterten Leiche eines bei einem Fluchtversuch abgestürzten französischen Mitgefangenen vorbei marschieren.
Die illwerke vkw AG ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und hat sich intensiv mit diesem Kapitel der Unternehmensgeschichte auseinandergesetzt. Anbei eine Auflistung der wesentlichsten Maßnahmen zur Aufarbeitung:
Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen die Aktien der Illwerke, soweit sie im Besitz deutscher juristischer Personen waren, nach dem Potsdamer Abkommen an die Alliierten und gingen 10 Jahre später aufgrund des Österreichischen Staatsvertrages auf die Republik Österreich über.
Im 2. Verstaatlichungsgesetz aus dem Jahr 1947 wurde die Vorarlberger Illwerke Aktiengesellschaft zur Sondergesellschaft erklärt. Damit war ihr, im Unterschied zu den Landesgesellschaften, die für die regionale Stromversorgung zuständig sind, vor allem die Erzeugung elektrischer Energie in Großkraftwerken und der Betrieb ihrer Hochspannungsanlagen aufgetragen.
Im Jahre 1949 wurde im Tiroler Landesvertrag 1949 die Überleitung verschiedener Gewässer von Tirol nach Vorarlberg vereinbart und dem Land Tirol ein Strombezugsrecht zu vergleichbaren Bedingungen, wie sie für das Land Vorarlberg gelten, eingeräumt.
Inbetriebnahme des Latschauwerks.
Die nach dem Krieg veränderten Rahmenbedingungen machten eine Anpassung der vertraglichen Beziehungen der Illwerke zu RWE und EVS notwendig. Dies erfolgte mit dem Illwerke-Vertrag 1952, der die Grundsätze des Landesvertrags von 1926 beibehielt und damit die Weiterentwicklung der Gesellschaft auf der vereinbarten Basis absicherte. RWE und EVS wurden verpflichtet, jeweils ein Drittel des Energiedarbietens abzunehmen. Das verbleibende Drittel steht Vorarlberg und Tirol ohne Abnahmeverpflichtung zu. Ergänzend wurde zwischen dem Land Vorarlberg und den Illwerken die Weitergeltung des Landesvertrags von 1926 in der Fassung von 1940 bestätigt. In den Folgejahren beschleunigte der Ausbau kalorischer Kraftwerke im westeuropäischen Netz die Nachfrage nach zusätzlicher Spitzen- und Regelenergie.
In den Jahren 1954 - 1958 wurden das Lünerseewerk als besonders leistungsstarkes Pumpspeicherwerk für Jahres- und Wälzpumpspeicherung gebaut und eine zusätzliche 220-/380-kV-Kraftwerks-Direktleitung von Bürs zur Staatsgrenze und weiter zum Umspannwerk Dellmensingen (Nähe Ulm) errichtet. Das Lünerseewerk war 1958, im Jahre seiner Inbetriebnahme, das leistungsstärkste Hochdruckpumpspeicherwerk der Welt.
Das Kraftwerk Lutz Unterstufe nahm seinen Betrieb auf.
Eine ergänzende Vereinbarung zum "Tiroler Landesvertrag 1949" ermöglichte es, weitere Tiroler Bäche überzuleiten. Dies führte zur Verwirklichung des Programm 1960 mit dem Kopssee und dem Kopswerk I samt den zugehörigen Anlagen Rifawerk und Pumpwerk Kleinvermunt.
Dem Kraftwerk Lutz Unterstufe folgte nun das Kraftwerk Lutz Oberstufe nach.
Seit der Inbetriebnahme des Rodundwerkes II im Jahre 1976 wird die Gefällstufe Latschau - Rodund in den Rodundwerken I und II wieder zur Erzeugung von Spitzenenergie genutzt. Daneben dienen das Rodundwerk I und das Rodundwerk II auch der Wälzpumpspeicherung und sind zusätzliche Wasserzubringer für die Pumpspeicherung im Lünerseewerk.
Das Kraftwerk Langenegg ging in Betrieb. Es war das leistungsstärkste Kraftwerk der damaligen Vorarlberger Kraftwerke AG. Das Wasser des Speichers Bolgenach fließt über den 5,9 Kilometer langen Rotenbergstollen zum Krafthaus. Dieses liegt am rechten Ufer der Bregenzerach.
Ende der 60er-Jahre wurde die Auffassung vertreten, die Auslegung des Illwerke- Vertrages 1952 habe sich im Laufe der Jahre vom ursprünglichen Vertragsinhalt zu Lasten der Illwerke und des Landes Vorarlberg gelöst. Schiedsverfahren und auch andere Interessen führten schlussendlich dazu, dass der langjährige Vertragspartner Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerke AG (RWE) aus dem Vertragswerk ausschied, wobei die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft) sowie die Länder Vorarlberg und Tirol Rechte und Pflichten des RWE unverändert im Verhältnis 50:39:11 übernahmen.
Das Kraftwerk Gampadels Oberstufe nahm seinen Betrieb auf.
Das Kraftwerk Alberschwende ging in Betrieb. Es nützt die Gefällstrecke der Bregenzerach zwischen den Kraftwerken Andelsbuch und Langenegg.
Nach langjährigen, schwierigen Verhandlungen erwarb das Land Vorarlberg am 9. November 1995 das Aktienpaket des Bundes an den Illwerken (70,1618 Prozent). Damit endete auch die treuhändige Verwaltung der Bundesbeteiligung durch die Verbundgesellschaft.
Das Kraftwerk Klösterle nahm seinen Betrieb auf. Es nützt die Gefällstrecke zwischen Stuben und Danöfen.
Durch die Umsetzung der Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie, 96/92/EG, änderten sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für die österreichische Elektrizitätswirtschaft grundlegend. Das neue Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz (ElWOG) berücksichtigt die besondere Vertragssituation der Illwerke. Im Rahmen einer Verfassungsbestimmung wird klargestellt, dass das Illwerke-Vertragswerk unberührt bleibt. Das Vorarlberger Elektrizitätswirtschaftsgesetz enthält eine gleichlautende Gesetzesbestimmung.
Die Verbundgesellschaft schied Ende 1999 aus dem Illwerke-Vertragsverhältnis und ihren Strombezugsrechten am Walgauwerk aus. Ihren Bezugsanteil an der Werksgruppe Obere Ill – Lünersee übernahm die EnBW. Rechtliche Klarstellungen regelten zugleich den Strombezug der EnBW bis 2030. Die VKW erwarb zusätzlich den bisherigen Verbund-Anteil am Walgauwerk, die Einsatzleitung liegt seither bei der EnBW.
Die vollständige Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes wurde vom Gesetzgeber durch das ElWOG 2000 auf Oktober 2001 vorverlegt.
Vertiefte Zusammenarbeit in der Vorarlberger Elektrizitätswirtschaft:
Das Land Vorarlberg beschloss in der Sitzung des Landtages am 8. November 2000, seine VKW-Aktien, die 76,36 Prozent des Grundkapitals der VKW ausmachen, in die Illwerke einzubringen. Die Unternehmen stehen seit dem 1. Januar 2001 unter gemeinsamer Führung. Ein Organschaftsvertrag sowie Betriebsführungs- und Bevollmächtigungsverträge für die Kraftwerksanlagen der VKW und für die Mittel- und Niederspannungsanlagen der Illwerke regeln neue Zuständigkeiten.
Am 20. März 2003 fassten der Aufsichtsrat der Vorarlberger Illwerke AG, der größte Partner der Illwerke, die Energie Baden-Württemberg AG, und der Eigentümer, das Land Vorarlberg, den Grundsatzbeschluss zu den Planungen für den Bau des Kopswerks II. Am 19. Juli 2004 erfolgte durch den Aufsichtsrat der Illwerke der Baubeschluss. Mit dem Bau wurde am 1. September 2004 begonnen. Seit Anfang September 2008 liefert das Kopswerk II hochwertige Spitzen- und Regelenergie in das europäische Stromnetz.
Am 7. Januar 2008 wurden die energiewirtschaftlichen Beziehungen zwischen Vorarlberg, den Illwerken und Tirol neu geregelt. Die Tiroler Verträge 2008 übertragen die Heimfallsrechte und Strombezugsrechte Tirols an Vorarlberg. Tirol verzichtet außerdem auf künftige Anmeldungen aus dem Länderdrittel und erhält im Gegenzug ein Substanzgenussrecht mit jährlichen Zahlungen. Zudem verpflichtet sich Tirol, die Illwerke bei der Sicherung und Erneuerung der wasserrechtlichen Bewilligungen für die Tiroler Überleitungen zu unterstützen.
Mit der Unterzeichnung einer neuen Handhabungsvereinbarung am 25. Juli 2010 durch den Vorstandsvorsitzenden der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Hans-Peter Villis, Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber und die Vorstände von illwerke vkw, Vorstandsvorsitzender Dr. Ludwig Summer und Vorstandsdirektor Dr. Christof Germann, übernahmen die Illwerke die Vermarktung von 50 Prozent der Spitzen- und Regelenergie aus der Werksgruppe Obere Ill-Lünersee und nutzten damit eine historische Chance.
Am 9. März 2011 beschloss der Vorarlberger Landtag den Ausbau der Wasserkraft in Vorarlberg. Dies war der Startschuss für das UVP-Vorverfahren für den Bau des Obervermuntwerks II. Am 14. Oktober 2011 erfolgte dann der Start des UVP-Hauptverfahrens.
Nach dem Baubeginn im März 2012 konnte nach nur 18 Monaten Bauzeit das neue Wasserkraft Kompetenz Zentrum im Montafon im September 2013 bezogen werden. Mit dem illwerke zentrum montafon konnte nicht nur das Montafon als „Wiege der Wasserkraft“ gestärkt, sondern auch ein Ausrufezeichen in Richtung nachhaltiger und ressourcenschonender Bauweise gesetzt werden.
Am 11. Dezember 2012 erging der Erlass des positiven UVP-Baubescheids. In einer außerordentlichen Sitzung am 31. Jänner 2014 wurde der Baubeschluss für das Obervermuntwerk II gefasst. Landeshauptmann Mag. Markus Wallner unterzeichnete im Anschluss daran den Beschluss der Vorarlberger Landesregierung zum Bau des Kraftwerks. Am 5. Mai 2014 erfolgte der Start der Hauptarbeiten. Im Herbst 2018 gingen beide Maschinensätze erfolgreich in Betrieb. Somit leistet das Obervermuntwerk II mit der Herstellung von Spitzen- und Regelenergie einen weiteren wertvollen Beitrag zur angestrebten Energieautonomie 2050.
Im Mai 2010 erfolgte der positive Erlass des UVP-Verfahrens für den Bau des Rellswerks. Im Juli 2014 war der Baubeginn für das Rellswerk. Im Juli 2017 erfolgte die Inbetriebnahme des Kraftwerks.
Mit dem Eintrag ins Firmenbuch am 2. Juli 2019 wurde, nach einem Beschluss der Hauptversammlung am 13. Juni 2019, die Verschmelzung der Vorarlberger Illwerke AG und der Vorarlberger Kraftwerke AG zur illwerke vkw AG rechtswirksam.