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Aktuelles, Produkte / Innovation
von illwerkevkw

Das Lünerseewerk II erreicht die nächste Phase im Genehmigungsprozess: Im Juli startet das UVP-Verfahren für das größte Pumpspeicherkraftwerk Österreichs.

Intensive Vorbereitung

Seit 2021 ist die illwerke vkw dabei, das Projekt Lünerseewerk II zu einem konkreten Vorhaben zu entwickeln. Für ein Pumpspeicherkraftwerk in dieser Größenordnung ist eine Umweltverträglichkeits prüfung, kurz UVP-Verfahren, verpflichtend. Bereits 
im vergangenen Jahr hat die illwerke vkw einen Antrag auf ein freiwilliges UVP-Vorverfahren gestellt. Dieses diente als Hilfestellung und Vorbereitung auf das eigentliche UVP-Verfahren, das nun im Juli startet. Ziel der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) ist es, 
die umweltrelevanten Auswirkungen des Vorhabens zu beschreiben und zu bewerten, sowohl für die Bau- als auch für die Betriebsphase. Projektleiter Simon Dörler und sein Stellvertreter Klemens Schüssling geben einen Einblick in die äußerst intensive Vorbereitungszeit: „Für die Umweltverträglichkeitserlärung haben wir uns im Detail angeschaut, welche Auswirkungen unser Kraftwerk auf verschiedene Schutzgüter wie Mensch, biologische Vielfalt, Fläche und Boden, Wasser, Luft, Landschaft sowie Sach- und Kulturgüter hat. Beispielsweise wurden Tiere und Pflanzen, die im Projektgebiet vorkommen, kartiert und genau erfasst. Ebenso setzten wir uns mit möglichen Naturgefahren wie Lawinen oder Murenabgängen auseinander und erstellten entsprechende Gutachten.“ 

Umfangreiche Dokumentation

Insgesamt wurden rund 30 umweltspezifische Berichte erstellt, hinzu kommen noch die eigentlichen technischen Projektunterlagen. Für die Beurteilung und Beschreibung der unterschiedlichen Schutzgüter hat das Projektteam unabhängige Fachgutachter:innen und Fachexpert:innen hinzugezogen – vom Schalltechniker über den Schmetterlingszähler und Bodenkundler bis zum Archäologen. „Das Vorhaben wird aus ganz vielen Blickwinkeln beleuchtet. Schließlich geht es darum, unser Projekt umweltverträglich zu realisieren“, beschreibt Simon Dörler.

Einen Schritt voraus

Wurden die Unterlagen für das UVP-Verfahren einge reicht, prüft die Behörde diese auf ihre Vollständigkeit. Sofern das Umweltverträglichkeitsgutachten durch die Sachverständigen freigegeben wird, folgt eine mündliche Verhandlung über die Genehmigungsfähigkeit. „Wir rechnen derzeit mit einem Baubeschluss bis Ende 2028“, weiß Klemens Schüssling. Während das UVP-Verfahren läuft, bereitet das Projektteam bereits die Ausschreibungen der Bauleistungen vor: „Wir haben einen sehr straffen Zeitplan und müssen in der Planung immer einen Schritt voraus sein. Daher werden wir parallel zum UVP-Verfahren mit unterschiedlichen Partnern wie Maschinenlieferanten oder Elektrotechnik-Unternehmen unsere Planungen vorantreiben, Angebote einholen und Verhandlungen führen“, so Klemens Schüssling. 

Möglicher Baustart

Ab 2029 könnten dann die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen starten: „Zunächst werden wir die Bau stelleneinrichtungsflächen vorbereiten, Zufahrten errichten sowie eine temporäre Autobahnzu- und -abfahrt in Bürs realisieren. Anschließend folgt die Hauptbauphase, die circa siebeneinhalb Jahre dauern wird. In dieser Zeit entstehen unter anderem mehr als 28 Kilometer lange Stollensysteme“, schildert Simon Dörler. Die Inbetriebnahme des Lünerseewerks II ist für das Frühjahr 2037 geplant.

Europäische Netzstabilität

Mit der Errichtung des Lünerseewerks II unterstreicht die illwerke vkw erneut ihre Innovationsstärke und ihren strategischen Weitblick. Das Pumpspeicherkraftwerk kann in Sekundenschnelle Energie zuführen oder diese bei Bedarf aus dem Netz nehmen – ein wichtiger Beitrag zur europäischen Netzstabilität.