Die Windrichtung stimmt
Noch mehr erneuerbare Energie, Speicherkapazitäten und Flexibilität – das neue Geschäftsfeld „Wind und Batterie“ der illwerke vkw rückt die Anforderungen der Energiezukunft in den Fokus.
Ausbauziel bis 2040
Im Jahr 2023 hat die illwerke vkw den ersten Windpark in Deutschland in Betrieb genommen. Seitdem hat sich das Portfolio auf fünf Windparks erweitert, zwei weitere werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 in Betrieb gehen. Bis 2040 soll der Jahresenergieertrag auf eine Milliarde Kilowattstunden ausgebaut werden – eine klare Strategie, die im neuen Geschäftsfeld „Wind und Batterie“ der illwerke vkw noch stärker verankert wird. „Mit dem neuen Geschäftsfeld reagieren wir auf die Anforderungen, die ein modernes und zukunftsfähiges Energiesystem mit sich bringt. Wir beschäftigen uns mit drei wesentlichen Bereichen – der Erweiterung des Windkraftportfolios, dem technischen und kaufmännischen Assetmanagement sowie der Entwicklung von Großbatteriespeichern“, schildert Alexander Kohler, Leiter Geschäftsfeld Wind und Batterie.
Portfolio erweitern
Die Stromerzeugung aus Photovoltaik, Wasser oder Windkraft ist witterungsabhängig und unterliegt gewissen Schwankungen. Der Erzeugungsschwerpunkt der Wasserkraft und Photovoltaik liegt im Frühjahr beziehungsweise Sommer, hingegen produzieren Windparks im Winter mehr Energie – sie sind folglich eine optimale Ergänzung. Damit sich die Rotoren drehen, müssen aber verschiedene Voraussetzungen gegeben sein: So wird ausreichend Wind benötigt. Ebenso ist die Topografie entscheidend – Standorte in der Ebene weisen schon bei der Errichtung deutliche Vorteile auf. „In Deutschland sind diese Rahmenbedingungen gegeben. Hinzu kommt, dass wir mit unseren Pumpspeicherkraftwerken im Montafon, die Teil des deutschen Marktgebietes sind, Schwankungen in Sekundenschnelle ausgleichen können“, führt Alexander Kohler weiter aus. In Vorarlberg wird das Windpotenzial derzeit analysiert.
Assetmanagement
Um einen sicheren Betrieb der Windparks gewährleisten zu können, müssen diese fortlaufend überwacht werden. Das erfolgt im Zuge des technischen und kaufmännischen Assetmanagements. „Sollte es beispielsweise zu einer Störung kommen, werden wir umgehend benachrichtigt. Da wir nicht vor Ort sind, arbeiten wir mit externen Dienstleistern zusammen, die dann die Arbeiten beim jeweiligen Windpark in Deutschland übernehmen“, weiß Alexander Kohler. Gleichzeitig liegt es in der Verantwortung des 12köpfigen Teams, die Erträge der Windparks oder die Einhaltung der Wartungs- und Instandhaltungsintervalle zu überprüfen. Der Tausch von Anlagenteilen wird durch die externe Betriebsführung gemeinsam mit den Anlagenherstellern umgesetzt.
Großbatteriespeicher
Das Stromnetz ist ein äußerst komplexes System, Erzeugung und Verbrauch müssen jederzeit im Gleichgewicht sein. Neben Pumpspeicherkraftwerken tragen auch Großbatteriespeicher dazu bei, die schwankende Stromerzeugung in das Energiesystem zu integrieren: „Der Bedarf an Speicherkapazitäten und Flexibilität ist groß. Batterien bieten eine zusätzliche Möglichkeit, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern. Wir prüfen momentan die Realisierung eines Großbatteriespeichers in Vorarlberg mit einer Speicherkapazität von 400 Megawatt stunden. Dieser könnte für das österreichische Marktgebiet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten“, berichtet Alexander Kohler. Außerdem wird im Rahmen des neuen Geschäftsfeldes untersucht, wie Pumpspeicherkraftwerke und
Batteriespeicher zusammenspielen können. „Um binnen Sekunden Energie in das Stromnetz einspeisen beziehungsweise aus dem Netz entnehmen zu können, müssen die Turbinen und Pumpen stets in Bewegung sein. Durch diese rotierende Vorhaltung entstehen energetische Verluste. Eine zukünftige Option wäre, für diese Vorhaltung sowie den Ausgleich von Schwankungen auch Batteriespeicher einzusetzen und damit den Wirkungsgrad zu verbessern. Hier stehen wir aber noch am Anfang unserer Überlegungen“, so Alexander Kohler.