Lünerseewerk
Bei seiner Inbetriebnahme im Jahr 1958 war das Lünerseewerk das leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk der Welt.
Mit dem Lünerseewerk in Latschau entstand 1958 ein Zeugnis seiner Zeit, das sich auch heute noch bewundern lässt. In den Jahren des sogenannten Wirtschaftswunders erweiterte man die Grenzen des Machbaren stetig. So war das Kraftwerk bei seiner Fertigstellung das leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk der Welt und Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Zuversicht. Der österreichische Architekt Hans Hugo Burtscher entwarf das Krafthaus im Industriestil der 1950er-Jahre und setzte dieser Architektur ein freistehendes Denkmal, das bis heute bei jeder Modernisierung bewahrt wird. Heute beinhaltet das Gebäude einen Schauraum, von dem aus die fünf Maschinengruppen besichtigt werden können. Das Lünerseewerk nutzt die 974 Meter hohe Gefällstufe zwischen dem Lünersee und Latschau.
Im Krafthaus treibt das Wasser fünf vierdüsige Peltonturbinen an. Insgesamt können bis zu 280 MW im Turbinenbetrieb erzeugt werden. So leistet das Lünerseewerk bis heute seine Dienste als lebendiger Zeuge einer Aufbruchszeit mit großer Zukunft.
Technische Daten
Maschinengruppen |
Fünf vertikalachsige Maschinengruppen mit je vierdüsiger Peltonturbine, Motorgenerator, hydraulischem Synchronisierwandler mit Zahnkupplung und fünfstufiger Speicherpumpe |
Fallhöhe |
974 m |
Regelarbeitsvermögen inkl. Pumpspeicherung |
410 GWh |
Engpassleistung im Turbinenbetrieb |
280 MW |
max. Leistungsaufnahme im Pumpbetrieb |
224 MW |
Drehzahl |
750 U/min |
Generator-Nennspannung |
10,5 kV |
Generator-Scheinleistung je Generator |
65 MVA |
Nennleistung je Turbine |
56 MW |
Nennleistung je Speicherpumpe |
Maschinengruppe: 1+2 je 43 MW, M3–5 je 46 MW |
Marktgebiet |
Deutschland |