Wanderkorridor für Fische - Bregenzerach

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von illwerkevkw

Die illwerke vkw hat an der Bregenzerach zwei neue Fischwanderhilfen errichtet, um die Durchgängigkeit für Fische und andere Lebewesen zu erleichtern.

Erhalt und Förderung der Artenvielfalt

Fischwanderhilfen sind technische oder naturnahe Vorrichtungen, die direkt an oder in unmittelbarer Nähe von Wander barrieren in Gewässern, zum Beispiel Wasserkraftwerken, errichtet werden. Sie ermöglichen vor allem Fischen, aber auch anderen kleinen Lebewesen, ihre Wande rung entlang der Flüsse fortzusetzen und flussaufwärts zu ihren Laichplätzen zu gelangen. „Fischwanderhilfen sind also eine Art Bindeglied. Sie vernetzen die Lebensräume in den Gewässern und leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz und zur Förderung der Artenviel falt“, erklärt Projektleiter Thomas Nester. An der Bregenzerach, in Bersbuch und Bozenau, wurden die bestehenden Fisch wanderhilfen erneuert und auf den neu esten Stand der Technik gebracht. Denn die Anlagen sind in die Jahre gekommen – sie wurden bereits Ende der 1980er gebaut. Und in der Zwischenzeit hat sich hinsichtlich der Anforderungen einiges geändert. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibt die Sicherstellung beziehungs weise Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit vor. Somit müssen Mit gliedstaaten dafür sorgen, dass Flüsse so gestaltet werden, dass Fische und andere Lebewesen bestehende Hindernisse durch entsprechende Maßnahmen gut über winden können. In Österreich gibt es einen Leitfaden, der klar definiert, wie die unter schiedlichen Typen von Fischwanderhilfen umzusetzen sind: "Die Vorrichtungen benötigen eine gewisse Größe, damit die Fische diese passieren können. Darüber hinaus darf zum Beispiel die Strömung nicht zu turbulent oder die Fließgeschwin digkeit nicht zu hoch sein."

Mit der Strömung

Die neuen Fischwanderhilfen sind als Schlitzpass konzipiert. Sie bestehen aus einer Reihe von hintereinander ange ordneten Becken. Durch Zwischenwände entsteht eine Strömung, der Fische gut folgen können. „Der Vorteil dieses Systems ist, dass es relativ wenig Platz braucht und große Höhenunterschiede überwunden werden können“, schildert Thomas Nester. Der Wartungsaufwand von Fischwander hilfen hängt immer vom Standort und dem Gewässer ab: „Damit Durchgängigkeit und Strömung erhalten bleiben, müssen Sedi mente regelmäßig entfernt werden. Zusätz lich wurden Gitterrostabdeckungen instal liert, damit kein Treibholz in die Anlage gespült wird.“

Die neuen Fischwanderhilfen vernetzen die Lebens räume in den Gewässern und leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt.

Thomas Nester
Projektleiter

Herausforderungen

Das Projekt dauerte circa zwei Jahre. Dabei wurde das Team mit der einen oder anderen Herausforderung konfrontiert: „Zunächst mussten wir uns überlegen, wie wir die neuen Fischwanderhilfen best möglich in den Bestand integrieren und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der vorhandenen Anlagen nicht beeinträchti gen. Ebenso hatten wir wenig Platz zur Verfügung, wobei wir das mit dem ausgewählten System gut lösen konn ten“, erläutert Nester. Außerdem sind die Gewässer in verschiedene Fischregionen eingeteilt. Je nach Region sind unter schiedliche Fischarten maßgeblich für die Bemessung der Vorrichtungen. „An der Bregenzerach ist die Bodensee- Seeforelle, die bis zu 80 Zentimeter groß werden kann, die bestimmende Fischart. Je nach Flussabschnitt gibt es aber auch Barben oder Äschen. Weiters wird zwischen schwimmschwachen und schwimm starken Fischen differenziert. All diese Aspekte müssen in die Planun gen einbezogen werden.“ Zudem spielt das Wetter immer eine wesentliche Rolle. Grundsätzlich werden solche Projekte zwischen Oktober und März realisiert, da die Wassermenge in dieser Zeit geringer ist. Trotzdem war die Baustelle in Bersbuch viermal von einem Hochwasser betroffen. „Das war keine leichte Aufgabe für die Projektbeteilig ten“, resümiert Thomas Nester.

Infos zu den Laufwasserkaftwerken der illwerke vkw