Regionale Wasserstoffinfrastruktur

Eine techno-ökonomische Analyse von Szenarien zeigt mögliche Wege auf.

Wasserstoff gilt als Schlüsselkomponente auf dem Weg zu einer klimaneutralen Industrie. Voraussetzung für seinen breiten Einsatz ist jedoch eine geeignete Infrastruktur. Auf europäischer Ebene schafft der sogenannte European Hydrogen Backbone dafür erste Rahmenbedingungen.

Vor diesem Hintergrund wurden in einer umfassenden Studie verschiedene Erschließungsszenarien für Vorarlberg, Liechtenstein und die Ostschweiz entwickelt und bewertet. Ziel war es, mögliche Wege für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffinfrastruktur unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu vergleichen.

Entwickelte Szenarien

Entwickelt und untersucht wurden fünf grundlegende Szenarien:

  • Szenario 1: Beimischung von Wasserstoff in das bestehende Gasnetz
  • Szenario 2: Methanisierung von Wasserstoff und anschließende Einspeisung in das bestehende Gasnetz
  • Szenario 3: Errichtung einer neuen Wasserstoffleitung
  • Szenario 4: Teilumrüstung des bestehenden Gasnetzes auf Wasserstoff
  • Szenario 5: Wasserstofftransport auf dem Landweg

 

Bewertung der Szenarien

Die Bewertung zeigt, dass die untersuchten Szenarien jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen. Technisch schneidet der Bau einer neuen Wasserstoffleitung unter den betrachteten Rahmenbedingungen am besten ab, während die Teilumrüstung des bestehenden Gasnetzes die geringste Bewertung erreicht. Die weiteren Szenarien liegen im mittleren Bereich und unterscheiden sich teilweise nur geringfügig.

Auch wirtschaftlich zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Beimischung von Wasserstoff verursacht zwar die geringsten Investitionskosten, bietet jedoch nur ein begrenztes Dekarbonisierungspotenzial. Die Methanisierung sowie der Transport per Lkw sind mit hohen Investitions- und Betriebskosten verbunden. Demgegenüber weisen die Errichtung einer neuen Wasserstoffleitung und die Teilumrüstung des bestehenden Gasnetzes eine insgesamt vorteilhafte Kostenstruktur mit moderaten Investitionen und niedrigen Betriebskosten auf.

In der Gesamtbetrachtung erweist sich daher der Bau einer neuen Wasserstoffleitung als die überzeugendste Option, da eine hohe technische Leistungsfähigkeit mit vergleichsweise niedrigen langfristigen Kosten verbunden wird. Gleichzeitig können in einer frühen Phase auch kombinierte Ansätze oder alternative Transportlösungen eine Rolle spielen. Die Ergebnisse der Studie dienen nun als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen.